Ein Stück Plastiktüte in einem Stacheldrahtzaun

„Nein!“ – ein „Ja“ im Sinne der Selbstabgrenzung

Lange nichts mehr von mir gehört, nicht wahr? Das liegt daran, dass ich in letzter Zeit beruflich wie privat sehr beschäftigt bin.

Genau in solchen Zeiten ist es wichtig, das Wort „Nein“ rege zu nutzen. Warum? Um sich selbst abzugrenzen und für sich selbst zu sorgen!

„Nein“ und Selbstabgrenzung

Wofür ist das Wort „Nein“ gut? Mit „Nein“ lehnen wir Wünsche anderer Personen ab. Jemand möchte, dass ich etwas für ihn tue, beispielsweise einem Freund beim Umzug helfen, eine Überstunde machen, mit einem Bekannten einem Hobby nachgehen, etc. Alle diese Wünsche haben eins gemeinsam: sie benötigen Zeit.

Zeit ist etwas, von dem wir scheinbar alle nicht genug haben, darum ist es wichtig, sie sich sorgsam einzuteilen. Manche Dinge, die unsere Zeit beanspruchen, sind nicht so einfach änderbar. So nützt es nichts, wir alle müssen irgendwie Geld verdienen. Genauso müssen wir essen und trinken und auch mal schlafen.

Andere „Zeiträuber“ können wir in ihrem Maß beeinflussen, beispielsweise wie viel Zeit wir mit unserem Partner, unserer Familie und Freunden und unseren Hobbies verbringen, wie oft wir Sport treiben, wie lange wir fernsehen, meditieren, in der Badewanne sitzen, etc.

Ein „Nein“ bedeutet in dieser Hinsicht, einem „Zeiträuber“ ins Handwerk zu pfuschen. Wenn meine Familie mich gern häufiger sehen möchte, ich aber von einer anstrengenden Woche zu erschöpft bin, um eine mehrstündige Autofahrt auf mich zu nehmen, sage ich „Nein“. Oder wenn meine Freunde mit mir wandern gehen wollen, ich aber noch von meiner letzten Sporteinheit erschöpft bin, sage ich „Nein“, um meinem Körper das zu geben, was er in diesem Moment braucht: Erholung!

Ich setze also eine Grenze, in dem ich sage: „Bis hierhin und nicht weiter!“. Ich möchte diesen Teil meiner Zeit für mich selbst haben.

Selbstabgrenzung zur Selbstfürsorge

Was hat das Ganze nun mit Selbstfürsorge zu tun? Nun, wenn ich anderen etwas ausschlage, enttäusche oder verletze ich sie – etwas, das ich nur ungern tue. Die Alternative wäre aber, etwas zu tun, das ich nicht möchte. Damit arbeite ich nicht nur gegen meinen eigenen Körper an, sondern auch gegen meine Überzeugungen.

Das kann auf die Dauer zu körperlichen Symptomen führen, zum Beispiel Infekte, Kopfschmerzen, Verspannungen, etc. Das würde dann wiederum dazu führen, dass ich weder meine „Pflichten“ erledigen, noch meine Wunschaktivitäten teilhaben kann.

Mit Selbstabgrenzung setze ich also eine Grenze für das, was ich bereit zu geben bin. Das ist in dem Sinne Selbstfürsorge, als dass ich nicht mehr gebe, als gut für mich ist.

Ich habe beispielsweise zu euch, meinen Lesern, „Nein“ gesagt, indem ich keinen neuen Blogpost geschrieben habe, als ich mit anderen Dingen beschäftigt war. Ich habe Prioritäten gesetzt, was auch eine Art des Grenzen setzen ist. Aufgaben mit niedriger Priorität wird „Nein“ gesagt, indem sie nicht oder erst sehr spät erledigt werden.

Gibt es auch Ausnahmen?

Manchmal ist es so, dass das Grenzen setzen sehr starke negative Auswirkungen hätte. Wenn der langjährige Partner meiner besten Freundin Schluss macht und sie am Boden zerstört ist, ist es durchaus auch mal legitim, ihr ausnahmsweise etwas von meiner Zeit zu geben, auch wenn ich erschöpft bin und Zeit zum Ausruhen benötige. Vermutlich würde sie das gleiche für mich tun.

Das gleiche gilt für Überstunden auf der Arbeit.

Dies sollte jedoch nie über einen längeren Zeitraum passieren, sondern eine Ausnahme bleiben, denn sonst wird sich der Körper nach einer gewissen Zeit garantiert melden und zurückfordern, was ihm genommen wurde (Schlaf, Erholung, etc.).

Besonders wichtig: der Ausgleich

Apropos zurückholen: falls wir doch einmal über unsere Grenzen gehen mussten, ist es definitiv sinnvoll, dem Körper einen Ausgleich zu geben, damit er die Energie, die er dabei verloren hat, wieder auftanken kann.

Aktivitäten zur Erholung sind beispielsweise ein gutes Buch lesen, ein Bad nehmen, in die Sauna fahren, Musik hören, sich sonnen, meditieren, etc. Alles, was dir gut tut. PS: Das, was mir gut tut, muss nicht auch dir gut tun. Was dir gut tut, kann für mich stressig oder anstrengend sein.

Auch Achtsamkeit spielt eine wichtige Rolle

Natürlich darf in diesem Zusammenhang die Achtsamkeit nicht unerwähnt bleiben, schließlich hilft sie uns zu erkennen, was das richtige Maß ist. Um das zu erkennen dürfen wir unseren Körper sehr genau beobachten. Wir dürfen Achtsamkeit, ob das, was wir gerade tun und die Entscheidungen, die wir treffen, uns gut tun oder nicht.

Mehr zum Finden von Ausgleichsaktivitäten und dem richtigen Maß findest du hier und hier.

Fazit: „Nein“ ist ein „Ja“ für uns selbst!

Indem wir „Nein“ zu Dingen sagen, die wir nicht wollen, sagen wir „Ja“ zu uns selbst. Wir übergehen nicht unsere Wünsche und Vorstellungen und bleiben uns selbst treu. Ich kann dich, lieber Leser, nur ermutigen, deinem Körper zuliebe auch mal „Nein“ zu sagen. Denn nichts ist schlimmer, als etwas machen zu müssen, was man nicht möchte, nur, weil man „Ja“ gesagt hat, obwohl man „Nein“ gedacht hat.

Übrigens: Auch wenn man bereits „Ja“ gesagt hat und sich damit für etwas entschieden hat, ist das keine Ausrede. Ich selbst habe oft nach solchen Entscheidungen gemerkt, dass sie falsch waren. Das schöne an Entscheidungen ist, dass man sich jederzeit wieder umentscheiden kann. Wenn du also (im Nachhinein) merkst, dass du „Ja“ gesagt, aber „Nein“ gedacht hast, ist es noch nicht zu spät, diese Entscheidung wieder umzuändern.

Wie geht es dir mit dem „Nein“ sagen? Bist du darin geübt oder hast du Schwierigkeiten? Wir hat das jeweilige gegenüber reagiert (sowohl bei einem „Ja“, als auch bei einem „Nein“)? Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen!

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2 Gedanken zu “„Nein!“ – ein „Ja“ im Sinne der Selbstabgrenzung

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