Schlafende Katze im Karton

Stress – gut oder schlecht für uns?

Stress ist ein viel diskutiertes Thema. Viele meinen, er sei schlecht und müsse unter allen Umständen vermieden werden. Andere meinen er sei gut und verhelfe uns zu guter Leistung. Ist Stress nun gut oder schlecht für uns?

Die kurze Antwort lautet: beides. Für die lange Antwort darfst du gern weiterlesen.

Was ist Stress?

Laut Duden ist Stress eine erhöhte Beanspruchung bzw. Belastung physischer oder psychischer Art. Umgangssprachlich wird interessanterweise auch Ärger als Stress bezeichnet.

Stressoren sind Faktoren, die Stress auslösen. Das können Fristen im Job sein, Ärger in der Beziehung, Kinder oder Sport.

Auswirkungen auf unseren Körper

Grundsätzlich sind Stressoren weder gut noch schlecht. Unsere Reaktion auf sie unterscheiden sich. Im besten Fall fühlen wir uns inspiriert, motiviert, voller Energie, fokussiert und wachsam. Wir kommen aus unserer Komfortzone heraus. Das Maß an Stress, Erholung und Genesung sind ausgeglichen. Wir lernen, wachsen und werden stärker.

Im schlechteren Fall fühlen wir uns schwach, machen uns Sorgen, sind abgelenkt und nicht bei uns. Wir nehmen keine Herausforderungen an. Erholung und Genesung kommen zu kurz. Unsere Cortisol- und Adrenalinspiegel steigen und möglicherweise verlieren wir Muskeln und nehmen an Fettgewebe zu. Blutzucker, Immunsystem, Stoffwechsel, Schlaf und Sexualhormone geraten aus dem Gleichgewicht.

Wie gehst du mit Stress um?

Unser Umgang mit Stress wird von vielen Faktoren beeinflusst. Während manche angeboren sind, können wir andere Faktoren kontrollieren.

Besser mit Stress umgehen können Menschen, die von den Genen her stressresistenter sind, bewährte Stressbewältigungstechniken anwenden, häufiger an der frischen Luft sind und Zeit mit ihren liebsten verbringen. Sie sind in der Lage, sich selbst zu beruhigen, wenn die Emotionen zu stark werden. Von der Grundeinstellung her lassen sie sich vom Fluss des Lebens treiben, sind optimistisch, pro-aktiv, selbstbewusst, agil und sehen Stress als eine Chance, sich selbst zu verbessern.

Auch die Menge an Stress, der wir gerade aus gesetzt sind, wirkt sich auf unsere Fähigkeit aus, weiteren Stress zu händeln. Je höher der aktuelle Stresspegel ist, desto schlechter können wir mit zusätzlichem Stress umgehen.

Menschen, die schlechter mit Stress umgehen können haben, neben ihrer genetischen Veranlagung, wenig Erfahrung im Umgang mit Stress. Sie halten sich oft in klinischen oder industriellen Umgebungen auf und verbringen nicht viel Zeit mit den Menschen, die ihnen wichtig sind. Sie lassen sich meist schnell von ihren Emotionen überrennen. Grundsätzlich sind sie eher pessimistisch, reaktiv, unsicher, ängstlich und sehen Stress als etwas an, das unbedingt vermieden werden muss.

Das Maß macht’s (wie so oft)

Wirkt zu viel Stress auf uns ein, sind wir manchmal kurz vorm Austicken. Im schlimmsten Fall kann es zu Zusammenbrüchen oder Burnouts kommen. Unsere Leistung lässt nach. Wir haben Angst oder sind depressiv, fühlen uns taub oder bewegungsunfähig.

Bei zu wenig Stress langweilen wir uns. Auch hier lässt unsere Leistung nach. Wir werden lethargisch und faul, sind unkonzentriert. Wir wissen nicht, was unser Ziel ist und welchem Zweck wir dienen.

Wenn der Stresspegel ansteigt, erregt der Grund dafür unsere Aufmerksamkeit und wir konzentrieren uns darauf. Bei der für uns optimalen Stressmenge sind wir am leistungsfähigsten. Wir lassen uns auf die Herausforderung ein, sind interessiert, haben Energie und verwenden diese darauf, unser Ziel zu erreichen. Wir lernen und wachsen.

Für Inspiration und Energie

  1. Setze dir effektive Ziele!
  2. Beginne mit einer Aktion am Tag.
  3. Beobachte deinen Fortschritt.
  4. Nimm dir einen Trainer oder Mentor.

Motivierende Ziele sind solche, die spezifisch und messbar, herausfordernd, aber auch realistisch sind. Es sollte möglich sein, ein solches Ziel in kleinere Teil-Ziele zu unterteilen. Liegt der Fokus auf dem Weg zum Ziel oder auf dem Ergebnis selbst? Weiterhin hilft es, wenn das Ziel als Plan für tägliches, wöchentliches und monatliches Verhalten dienen kann. (Stichwort: „smartes“ Ziel)

Nimm dir ein Verhalten oder eine Gewohnheit vor, welche du in den nächsten zwei Wochen angehst. Es ist wichtig, dass du dieses Ziel wirklich erreichen kannst und es dich am besten auch nicht extrem viel Mühe kostet, damit du dieses Verhalten wirklich täglich  praktizierst. (Stichwort: Wie lange dauert es, bis sich eine Gewohnheit geändert hat?)

Dokumentiere Verhalten, Abläufe und Ergebnisse. Fühlst du dich anders? Siehst du anders aus? Was hast du gelernt? Worauf bist du stolz? Gab es etwas, das dich frustriert hat?

Hol dir Hilfe! Am besten von jemanden, den du bewunderst und der dich zur Rechenschaft zieht, falls du doch vom richtigen Weg abkommst. Dieser Schritt ist nicht unbedingt nötig, er hilft aber ungemein!

Für Erholung und Genesung

  1. Parasympathische Aktivitäten
  2. Meditation
  3. Ab nach draußen!
  4. Sport – aber nicht übertreiben!
  5. Sei gut zu dir selbst!

Parasympathische Aktivitäten regen den Parasympathikus an, der für Verdauung und Entspannung zuständig ist. Daher:

  • Mache einen Spaziergang an der frischen Luft!
  • Genieße die Sonne (in Maßen)!
  • Genieße die Natur (Wald, Vögel, Strand, Berge, etc.)!
  • Gedämpfte Musik!
  • Massagen…
  • Tiefes Atmen…
  • Lachen!!
  • Mit deinem Schatz oder Haustier kuscheln!
  • Yoga oder leichtes Stretching…
  • Leichtes Schwimmen.
  • Whirlpool oder Sauna.
  • Sex!!
  • Spiele ein Spiel (bei dem es um den Spaß statt ums Gewinnen geht).
  • Achtsamkeit / Meditation (noch mehr zu Meditation und Achtsamkeit)
  • Grüner Tee…

Meditation ist gut für das Immunsystem, es verbessert die Schlafqualität, die Stimmung, den emotionalen Zustand und den Tag-Nacht-Rhythmus. Der Blutdruck und die Herzrate sinken, genau wie das Level an Stresshormonen und Entzündungen im Körper. Meditation führt zur Entwicklung neuer Gehirnzellen und neuraler Verbindungen. Außerdem ist man konzentrierter, fokussierter und aufmerksamer. Man kann sich besser an Dinge erinnern.

Aktivitäten in der Natur senken den Stresshormonspiegel und die Herzrate. Unsere Stimmung und unser Immunsystem werden gestärkt. Wir sind motivierter und haben mehr Energie um mit der nächsten Herausforderung fertig zu werden.

 Ein gutes Maß an Bewegung vermindert unser Stressempfinden, indem es den Blutfluss erhöht, uns vor die Haustür bringt und unser parasympathisches Nervensystem aktiviert. Bewegung ermöglicht es uns, ünermäßige, auf Grund von Stress angestaute, Energie loszuwerden. Bei vermehrtem Stress darf trotzdem die Intensität des Sports gesenkt werden, um den Körper nicht unnötigen Stress auszusetzen.

Selbstfürsorge beinhaltet, dass wir uns Hilfe und Unterstützung suchen, wenn wir nicht weiter kommen. Das können Familie, Freunde, Mentoren oder Psychologen sein. Weiterhin hilft es uns, unsere Grenzen zu kennen und sie zu akzeptieren. Manchmal tut es uns gut, ab und an den Computer, das Tablet oder Handy ausgeschaltet zu lassen und ggf. wegzulegen – quasi Abschalten vom Dauer-Erreichbar-sein.

Und du?

Wie geht es dir mit Stress? Kannst du gut damit umgehen? Welche Techniken nutzt du, um besser damit umzugehen? Welche Fehler hast du im Umgang mit Stress gemacht und welche Veränderungen hast du vorgenommen? Ich bin gespannt auf deine Meinung!

 

Quelle: Good stress, bad stress. [Infographic]

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