Fitnessapp auf dem Handy

Über das Für und Wider von Fitnesstrackern und warum wir Handys nicht in unserer Hosentasche haben sollten

In letzter Zeit sieht man immer häufiger Menschen mit Fitnessarmbändern. Gefühlt hat fast jeder so ein mehr oder weniger schickes, aber angeblich nützliches Armband. Doch was verspricht sich der Träger davon? Und gibt es bestimmte Menschengruppen, für die diese Armbänder nicht so gut geeignet sind?

Ich behaupte: ja und nein!

Doch eins nach dem anderen.

Der Grund, warum ich über Fitnessarmbändern auf  meinem Blog schreibe ist der, dass ich nach einjähriger Nutzung mein Armband abgelegt habe.

Warum überhaupt ein Fitnessarmband?

Nun, der Hauptgrund bei den meisten ist das Aufzeichnen und Auswerten der eigenen Aktivitäten und Körperfunktionen. Dazu gehören Energieverbrauch, Bewegung (Schrittanzahl) und Schlaf. Ich persönlich habe mir mein Band gekauft, um meinen Energieverbrauch besser abschätzen zu können und habe es dann auch genutzt, um die Anzahl an Schritten und gegangenen Minuten messen zu können.

Im Zusammenspiel mit dem Handy kann sogar die gegangene oder gejoggte Strecke auf einer Karte angezeigt werden.

Fitnessarmband

Mein Fitnessarmband

Und was hat es gebracht? Bestätigung!

Ich habe mich insbesondere für meinen Energieverbrauch interessiert und den Rest quasi als Spielerei mit genutzt. Teilweise war ich sehr überrascht, wie aktiv ich doch bin. Mit der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) von 2000kcal am Tag kam ich nie zurecht, auch wenn ich den ganzen Tag mehr oder weniger nur gefaulenzt habe.

Mein Tagesdurchschnitt liegt bei 2700kcal – das ist ein Drittel mehr, als die Empfehlung! Für mich war das die Bestätigung, dass ich tatsächlich relativ viel essen kann und soll!

Weiterhin habe ich an einigen Tagen, wo ich zu ungewöhnlichen Zeiten hungrig war, beim Blick auf meine Tracking-App festgestellt, dass ich an diesen Tagen sehr aktiv war (also einen hohen Energieverbrauch hatte) und somit auch ein bisschen mehr essen sollte, um meinen Bedarf zu decken. Ich bekam also auch die Bestätigung, dass mein Körpergefühl sich nicht irrt, sondern sehr verlässlich ist.

Und welche Probleme gibt es?

Nun magst du als Leser vielleicht sagen „Hey, das klingt doch alles super – wo ist das Problem?“. Darauf komme ich nun.

Es gibt unterschiedliche Arten von Menschen. Manche sind sehr gemütlich und bewegen sich weniger als ihnen vielleicht gut täte. Für diese Menschen sind solche Tracker ein wunderbares Instrument, um sich selbst zu motivieren, sich mehr zu bewegen, beispielsweise, indem das Armband alle halbe Stunde vibriert, damit man daran denkt, sich kurz zu bewegen.

Perfektionisten und Menschen, die ein schlechtes Selbstwertgefühl haben, können dies jedoch auch übertreiben. Wenn ich zum Beispiel normalerweise ca. 2700kcal verbraucht und an einem faulen Sonntag bis zum Nachmittag „nur“ 1800kcal verbraucht habe, dachte ich, ich hätte mich an diesem Tag noch nicht genug bewegt und mache nur deshalb einen Spaziergang oder Hausarbeit oder sogar ein Workout.

Es spricht ja nichts dagegen, diese Dinge zu tun, aber die Motivation dafür finde ich sehr entscheidend! Mache ich es, weil ich Lust darauf habe und es mit gut tut, oder mache ich es, weil meine App irgendeine Zahl anzeigt? Eine Zahl, die meinen Wert überhaupt nicht beeinflusst!

Das Fitnessarmband hat daher mein Verhalten beeinflusst und teilweise dazu geführt, dass ich nicht auf meinen Körper gehört habe.

Fitnessapp

Meine Fitnessapp

Ein weiterer Faktor ist die Strahlung, die das Gerät zur Kommunikation mit dem Handy abgibt und das elektromagnetische Feld, welches jedes elektronische Gerät umgibt. Darüber hat mich mein neuer Hausarzt letzte Woche aufgeklärt.

Er hat mit mir ein Experiment gemacht. Er nahm mein Handy in die Hand und meinen Unterarm in die andere (um meinen Puls zu spüren). Dann führte er das Handy  langsam an meinen Körper heran. Er konnte anhand meines Pulses spüren, wann das Handy einen bestimmten Abstand zu meinen Körper unterschritten hatte. Der Abstand betrug ungefähr eine Armlänge.

Bei diesem Abstand hat mein Puls einen einen Extra-Schlag gemacht. Auf einem Diagramm sähe das ungefähr so aus, als würde eine Sinuskurve um ein paar Grad verschoben werden.

Wenn das einmal passiert, ist das kein Problem.

Aber nun gehen wir mal davon aus, dass ich mich in einem Mehrfamilienhaus befinde, wo jede Wohnung ihr eigenes WLAN hat. Außerdem hat (fast) jede Person ein Handy und vielleicht sogar noch ein Fitnessarmband. Nun passiert das oben beschriebene häufiger und jedes Mal wird dieser „Puls-Reset“ vom Gehirn registriert und verarbeitet. Kein Wunder, dass man da erschöpft ist, (Ein-)Schlafprobleme oder andere Symptome hat.

Und dann entscheiden wir uns auch noch dafür, außer dem Handy (am besten in der Hosentasche) auch noch ein Fitnessarmband am Arm zu tragen. Kein Wunder, dass dabei die Fruchtbarkeit flöten geht – und dass sowohl bei Männern, als auch bei Frauen.

Dies ist der zweite, entscheidende Grund, warum ich mein Fitnessarmband abgelegt habe.

Nach der Entscheidung gegen das Armband

Ich habe schon länger gespürt, dass mich die App beeinflusst. Als ich dann das mit der Strahlung hörte, wusste ich, dass es Zeit für eine Veränderung ist.

Und wie geht es mir nun dabei? Es fühlt es sich ein bisschen so an, als würde da etwas an meinem Handgelenk fehlen. Aber ansonsten vermisse ich es nicht. Klar würde mich manchmal mein aktueller Verbrauch interessieren. Aber ich fühle mich auch frei von dem Zwang, irgendwelche Vorgaben bezüglich Bewegung erfüllen zu müssen.

Ich kann jetzt ganz frei auf meinen Körper hören. Und ich weiß, dass er mich nicht irreführen wird!

Und das Handy?

Mein Handy habe ich seitdem zwar trotzdem meist dabei, aber ich transportiere es nach wie vor nicht in meiner Hosentasche, sondern im Rucksack. Es ist dabei zwar nach wie vor noch in meinem „persönlichen Bereich“, aber sobald ich irgendwo angekommen bin, lege ich es weiter weg von mir, außerhalb meines Bereiches, damit die mich nicht so sehr beeinflusst. Denn der Abstand ist das entscheidende Mittel, welches hilft, diesen „Puls-Reset“ zu vermeiden.

 

Und wie geht es dir? Hast du schonmal einen Einfluss von elektronischen Geräten auf deinen Körper bemerkt? Wie sind deine Erfahrungen mit Fitnessarmbändern und/oder -Apps?

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