Warum wir manchmal krank werden (oder uns verletzen)

„Geh Du vor“, sagte die Seele zum Körper, „auf mich hört er nicht. Vielleicht hört er auf Dich.“

„Ich werde krank werden, dann wird er Zeit für Dich haben“,
sagte der Körper zur Seele.

Ulrich Schaffer (*1942), Fotograf und Schriftsteller

Zeit für mich

Als Kind war ich oft krank. Seit einigen Jahren passierte dies jedoch kaum mehr. Trotzdem hat es mich in den letzten zwei Monaten tatsächlich zwei Mal erwischt. Aktuell sitze ich mit einer heftigen Erkältung zu Hause auf dem Sofa.

Ich habe beobachtet, dass ich oft in oder nach stressigen Phasen in meinem Leben krank werde. Das letzte Mal war meine Katze krank. Sie durfte nicht raus (was sie sonst immer darf) und ihr Katzenklo musste jeden Tag komplett gereinigt und die Streu erneuert werden. Dazu kamen viele private Termine. Ich war total platt und wünschte mir ein paar ruhige Tage nur für mich.

Und was passierte? Ich bekam einen Magen-Infekt und musste (oder durfte?) eine Woche zu Hause auf der Couch verbringen.

Vor kurzem war es ähnlich. Wieder hatte ich einige Termine und kam nicht oft dazu, mich einfach mal ruhig hinzusetzen oder meinen Hobbies nachzugehen.

Und was passierte? Ich fing mir eine heftige Erkältung ein, dank der ich eine Woche krankgeschrieben bin. Diese Erkältung erwischte mich mit voller Wucht, so dass ich kaum Lust auf etwas anderes als Relaxen auf der Couch habe.

Daher lese ich viel und schaue Serien. Wenn ich mich jedoch gerade etwas besser fühle, mache ich einen Spaziergang oder spiele Klavier. Das alles sind Dinge, von denen ich weiß, dass sie mir gut tun, zu denen ich aber in letzter Zeit kaum kam.

Letztes Jahr kurz vor Weihnachten hatte ich einen kleinen Fahrradunfall, weil ich unachtsam war, als ich über die Straßenbahnschienen fuhr. Beim Sturz prellte ich mir den Ellenbogen und die Hand.

Krankheit als Folge von Stressphasen

Was haben diese drei Erlebnisse gemeinsam? Alle fanden in Stressphasen statt. Ich hatte jeweils das Gefühl, im Hamsterrad zu rennen, keine Zeit zum Pausieren und Luftholen. Ich war so mit den Dingen beschäftigt, die ich erledigen „musste“, dass ich mir keine Zeit für mich nahm.

Ich war nicht bei mir.

Mit den beiden Erkrankungen holte sich meine Seele die Aufmerksamkeit, die sie brauchte. Und auch mein Unfall rüttelte mich wach und veranlasste mich, etwas kürzer zu treten und mir mehr Zeit für mich zu nehmen.

Das alles passt zum obigen Zitat von Ulrich Schaffer. Die Seele gibt uns Signale, aber wir bemerken sie nicht ober übergehen sie bewusst, weil wir „jetzt gerade keine Zeit haben“. Eine Weile geht das gut, aber wenn es zu viel wird, meldet sich der Körper. Er wird krank oder wir sind unachtsam und verletzten uns.

Das muss nicht immer gleich ein großer Unfall sein, auch kleine Schnitte beim Arbeiten mit Küchenmessern sind ein Hinweiszeichen, welches wir beachten sollten.

Wenn nicht, folgt möglicherweise ein größeres Ereignis (Erkrankung oder Unfall).

Wie können wir das verhindern?

Nunja, nicht alle Krankheiten und Unfälle können verhindert werden. Bakterien und Viren sind nunmal Krankheitserreger, daran können wir nichts ändern. Und wenn uns jemand mit dem Auto hinten drauf fährt, können wir nichts dafür.

Wir können jedoch dafür sorgen, dass wir unserer Seele und unserem Körper genug Aufmerksamkeit schenken, dass sie keine größeren Maßnahmen ergreifen müssen, um unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen. Das Stichwort hier ist, wie ich es schon oft erwähnte, Achtsamkeit.

Wenn wir achtsam sind, bemerken wir die Signale von Körper und Seele und sind in der Lage entsprechend zu reagieren.

Wenn ich also feststelle, dass ich mich in dieser Woche beim Kochen schon zwei Mal geschnitten habe, darf ich mich fragen, ob ich tatsächlich bei mir bin oder doch im Gedanken ganz woanders.

Wenn ich das Gefühl habe, nicht genug Zeit für mich und meine Hobbies zu haben, darf ich überlegen, wo ich vielleicht ein paar Verpflichtungen und Termine absagen oder verschieben kann.

Wenn wenn Körper und Seele im Einklang sind, sind wir ausgeglichen und leistungsfähig.

Wenn wir im Hier und Jetzt leben, anstatt mit den Gedanken woanders zu sein, sind wir aufmerksam bei der Sache. Vergangene Dinge können wir nicht mehr ändern – warum ihnen also mehr Aufmerksamkeit schenken, als der Sache, die man gerade tut? Zukünftige Dinge sind noch nicht da, warum sich also (zu viel) mit ihnen beschäftigen?

Lebe im Hier und Jetzt!

Sei mit Aufmerksamkeit bei der Sache, die du gerade tust! Nur so kann man das Leben in vollen Zügen genießen und bereut später nichts, dass man mit den Gedanken woanders war.

Wie sind deine Erfahrungen mit kleinen Unfällen und Verletzungen? Hast du ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie gehst du damit um? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar!

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3 Gedanken zu “Warum wir manchmal krank werden (oder uns verletzen)

  1. Eluin schreibt:

    Das entspricht auch meinen Erfahrungen. Ich gehe aber noch einen Schritt weiter. Wenn wir ausgeglichen sind und Stress auf ein Minimum reduzieren können, dann geht es nicht nur der Seele und dem Körper gut, sondern auch dem Immunsystem, dass uns vor Bakterien und Viren schützt. Ich finde wichtig, zu mir selbst zu finden und mir Zeit für das zu nehmen, was mir gut tut. Danke für die Erinnerung.

    Gefällt mir

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