Grüne Pillen

Hämopyrro… was? – Teil II: Der Alltag eines HPUlers

Wenn nun durch einen HPU-Test oder einen Therapeuten festgestellt wurde, dass man HPU hat, ändert sich einiges. Man nimmt Nahrungsergänzungsmittel ein, ändert seinen Tagesrhythmus und vermutlich auch seine Einstellungen und Ansichten hinsichtlich des eigenen Lebensstils.

Doch wie sieht das konkret aus? Ich werde im Folgenden beschreiben, wie sich mein Leben durch HPU verändert hat.

Heilpraktiker und Krankenversicherung

Meiner Ansicht nach ist es wichtig, einen guten Therapeuten zu haben, der sich mit der Erkrankung und den biologischen Prozessen im Körper auskennt. Nur so können die nötigen Nahrungsergänzungsmittel gefunden werden um den Körper bestmöglichst zu unterstützen.

Da die Behandlung von der gesetzlichen Krankenkasse nicht getragen werden, müssen die Kosten für die Sitzungen, sowie die Supplemente, vom Erkrankten selbst getragen werden. Daher kann es sinnvoll sein eine Zusatzversicherung abzuschließen, die Behandlungen beim Heilpraktiker beinhaltet.

Auch die Supplemente sind teuer – Bestellungen im Wert von 300 Euro sind keine Seltenheit.

Wenn man das Pech hat, so wie ich, weder privat versichert zu sein, noch eine Zusatzversicherung zu bekommen, können die Rechnungen für die Sitzungen beim Therapeuten und die Nahrungsergänzungsmittel als Außergewöhnliche Belastung bei der Steuer eingereicht werden. Das macht die Ausgaben natürlich nicht wett, aber ein wenig Geld zurück zu bekommen ist immer noch besser als gar nichts.

Nahrungsergänzungsmittel

Nun ist es so, dass wir unserem Körper die fehlenden Nährstoffe extern zuführen müssen – daher nehmen wir HPUler Suppelente. Es kann sein, dass der Körper morgens x braucht, mittags y und abends x, y und z. Ein guter Therapeut kann sagen, wann welches Mittel eingenommen werden soll.

Die meisten HPUler werden B Life Protect oder ein ähnliches Nahrungsergänzungsmittel nehmen, welches die benötigten Stoffe Vitamin B6 (aktiv), Zink und Mangan enthält. Weitere Vitamine oder Mineralstoffe können sinnvoll sein.

Bei mir ist es so, dass ich aktuell ca. zehn verschiedene Mittel in unterschiedlichen Mengen zu unterschiedlichen Zeiten nehme. Die Anzahl hängt natürlich von der Person und ihren Lebensumständen ab. In Stresszeiten braucht der Körper mehr Nährstoffe als in ruhigen Zeiten.

Stressmanagement

Das führt mich direkt zum nächsten Punkt: Stress. Wir HPUler reagieren sehr sensibel auf physichen und psychischen Stress. Es gilt also, diesen zu vermindern.

Man kann beispielsweise, wenn man nicht auf ein volles Gehalt angewiesen ist, weniger arbeiten.

Wichtig ist es auch, Prioritäten zu setzen und nicht alle möglichen privaten Termine wahrzunehmen. Ruhezeiten, wo man einfach mal auf der Couch gammelt, sind nötig um zu regenerieren. Also, nicht den Terminkalender voll knallen, bis keine freie Zeit mehr da ist, sondern bewusst Pausenzeiten lassen.

Der nächste Punkt ist Schlaf. Zu wenig Schlaf, wo unser Körper regenerieren kann, ist auch Stress. Plane daher genug Zeit zum Schlafen ein und geh, wenn nötig, eher ins Bett. Ich merke stark, wenn meine Nacht zu kurz war, da ich am darauffolgenden Tag etwas mürrisch und weniger leistungsfähig bin.

Natürlich ist nicht jeder Stress vermeidbar. Schließlich gibt es ja auch positiven Stress, der uns zu Höchstleistungen bringt. Hilfreich ist es dann, einen Ausgleich zu finden. Das kann Meditation sein, aber auch Musik, Kunst und gegebenenfalls auch Sport (wobei Sport den Körper auch stresst).

Essen

Auch das Essen ist ein vielfältiger Punkt. Zum einen gilt es, mögliche Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu beachten und die entsprechenden Lebensmittel zu meiden. Ich darf beispielsweise darauf achten, möglichst wenig Weizen und Kuhmilchprodukte zu mir zu nehmen. Andere Personen dürfen gar kein Getreide essen, andere haben Probleme mit Eiern, wieder andere mit Histamin, und so weiter. Das ist eine ganz persönliche Sache.

Auch die Frequenz unserer Mahlzeiten spielt eine wichtige Rolle. Wie die Unverträglichkeit ist es eine persönliche Sache, ob man 3 oder 7 Mahlzeiten am Tag braucht. Daraus ergibt sich auch, ob man alle 3 oder 5 Stunden etwas isst. Hier ist es wichtig, auf den Körper zu hören. „Übergehe ich gerade meinen Hunger?“ – eine Frage, die man sich ruhig ab und an selbst stellen darf.

Hunger wird nicht nur durch Magenknurren signalisiert. Auch Frieren oder nachlassende Konzentration deuten darauf hin, dass der Blutzuckerspiegel zu niedrig ist. Unser Gehirn braucht den Zucker, um arbeiten zu können, was die nachlassende Konzentration erklärt.

Hier darf man auch vorrausschauend essen. Wenn ich weiß, dass ich länger unterwegs bin, nehme ich mir etwas zu essen mit oder esse vorher noch etwas, um das besagte „Hungerloch“ zu umgehen (auch wenn ich aktuell vielleicht noch gar keinen Hunger habe).

Dies ist leider ein Punkt, der für viele eine große Umstellung bedeutet. Beispielsweise muss auf das Frühstücksbrötchen oder die geliebten Nudeln verzichtet werden. Hier ist es hilfreich, Alternativen zu finden. Statt einen Brötchens kann man sich gluten- oder weizenfreies Brot aus Dinkel- oder Reismehl selbst backen und Nudeln aus Mais, Linsen oder Reismehl findet man in gut sortierten Drogerien und Bio-Supermärkten.

Umweltgifte

Ein weiterer Aspekt der HPU-Erkrankung ist die reduzierte Fähigkeit zu entgiften. Daher ist es ratsam, mit so wenig Giften wie möglich in Kontakt zu kommen. Dabei sollte man jedoch nicht nur bewusst zugeführte Gifte wie Alkohol, Nikotin und Medikamente, sondern auch andere Gifte, wie Amalgam in unseren Zahnfüllungungen, oder sontige Schwermetalle beachten und meiden.

Fazit

Nach einen positiven HPU-Befund ändert sich das Leben deutlich. Neben dem finanziellen Aspekt der Arztbesuche und Supplemente spielen Stress, Ernährung und die Meidung von Umweltgiften eine große Rolle, um den Körper bei der Entgiftung zu unterstützen.

Mein Rat ist, nicht alles auf einmal zu ändern, sondern lieber eins nach dem anderen. Ansonsten ist man schnell überfordert.

Der Mensch braucht ca. drei Wochen, um sich eine Gewohnheit anzueignen, von daher ist es vielleicht nachhaltiger, einen Teil des Lebes zu ändern und erst ein paar Wochen später die nächste Baustelle anzugehen.

Generell kann ich nur wieder und wieder raten, auf den eigenen Körper zu hören und ihn ernst zu nehmen. Wenn ich das Gefühl habe, ich brauche jetzt mehr xzy (was ein Supplement, aber auch Entspannung oder Nahrung sein kann), dann darf ich meinem Körper vertrauen und ihm das geben, was er braucht.

Wie geht es dir, mit oder ohne HPU? Hast du Fragen zu anderen Bereichen, die ich nicht beschrieben habe? Dann schreib mir gern einen Kommentar oder eine E-Mail, ich antworte gern.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s