Selbstliebe: Wie ein Gespräch mit dem besten Freund

Der Freund ist einer, der alles von dir weiß, und der dich trotzdem liebt.‘‘

Elbert Hubbard

Kennst du das? Du bist auf der Arbeit (oder an der Uni oder in der Schule), bekommst eine Aufgabe und hast das Gefühl, es einfach nicht (schnell / gut genug) hinzubekommen? Du glaubst, deine Kollegen (Kommilitonen / Mitschüler) würden das Problem viel schneller lösen als du?

Und dann beginnt sie, die destruktive Gedankenkette.

Destruktive Gedanken

  • „Die anderen können das viel besser als ich.“
  • „Bin ich einfach zu doof?“
  • „So schwer kann das doch gar nicht sein!“
  • „Nicht mal so etwas einfaches kriege ich hin.“
  • „Ich bin nichts wert.“

Genau so sieht es aus, wenn der Selbstwert den Bach runter geht.

Gegenmaßnahme: der innere beste Freund

Doch was kannst du dagegen tun? Stell dir vor, deine beste Freundin oder dein bester Kumpel würde dir seine Gedanken erzählen. Was würdest du zu ihm sagen?

  • „Stimmt, du bist ein Versager.“
  • „Was, du schaffst nicht mal das?“

Oder eher so etwas wie:

  • „Gib dir ein bisschen Zeit, dich mit der Aufgabe / dem Problem vertraut zu machen.“
  • „Wahrscheinlich ist das Problem doch nicht so einfach wie du gedacht hast.“
  • „Das ist aber wirklich eine schwierige Aufgabe.“
  • „So etwas hast du noch nie / schon lange nicht mehr gemacht, also ist es ganz normal, dass es nicht gleich klappt.“
  • „Schlaf mal eine Nacht darüber – morgen fällt dir bestimmt eine Lösung ein.“

Ich glaube, man wäre ein ziemlich mieserabler Freund, wenn man seinem Freund in so einer Situation keine positiven Dinge sagt.

Die Frage ist, warum würden wir unseren besten Freund aufbauen, uns selbst machen wir aber schlecht? Im Zitat oben steht, dass ein bester Freund alles über uns weiß, uns aber trotzdem liebt. Wäre es nicht toll, wenn das auch für uns selbst gälte?

Übrigens: Selbst wenn du eine Aufgabe mal nicht gut / schnell genug hinbekommen solltest, denke immer an die Geschichte mit dem Geldschein. Dein Wert bleibt unberührt, egal, wie gut du etwas tust.

Dazu benötigt: Achtsamkeit

Das Interessante daran ist, dass, selbst wenn wir das mit den aufbauenden Gedanken hinbekommen würden, es dazu Achtsamkeit benötigt. Denn wenn wir nicht bemerken, dass die destruktive Gedankenspirale, welche unseren Selbstwert mindert, eingesetzt hat, können wir auch nichts dagegen tun.

Es hilft also ungemein, wenn wir bei uns sind. Leider ist es oft so, dass wir gerade in solchen Situation überall sind, nur eben nicht bei uns selbst. Da kann es helfen, sich jeden Tag Zeit für sich zu nehmen. Das kann ein schöner Spaziergang sein, das Hören von Musik, ein angenehmes Bad oder Meditation. Mehr Anregungen für einen achtsamen Lebensstil findest du hier.

Fazit

Wenn uns etwas nicht gelingt, setzt oft von ganz allein eine negative Gedankenspirale ein, die es zu durchbrechen gilt. Sobald man gemerkt hat, dass diese Art von Gedanken den eigenen Selbstwert zerstören (Stichwort: Achtsamkeit), kann man diese Gedanken bekämpfen, indem man sich vorstellt, mit dem besten Freund zu sprechen. Denn der beste Freund kennt uns und liebt uns trotzdem. Es wäre schön, wenn wir selbst das auch täten.

Übrigens hatte ich gerade eine solche Situation und habe es mit dieser Strategie und dem Zuspruch meines Mannes geschafft, die negative Gedankenspirale zu durchbrechen. Es besteht also Hoffnung, auch wenn man vielleicht nicht beim ersten Mal gleich schafft.

Und wie ergeht es dir? Kennst du diese negativen Gedanken? Hast du schon einmal probiert, mit dir selbst wie mit deinem besten Freund zu sprechen? Hat es funktioniert? Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen!

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4 Gedanken zu “Selbstliebe: Wie ein Gespräch mit dem besten Freund

  1. Eluin schreibt:

    Gar nicht einfach das in Tiefs zu schaffen, aber ja, ich versuche es immer wieder. Oft schaffe ich es dann irgendwann aus der Spirale raus. Mal alleine durch Positivierung meiner Gedanken, dann wieder mit Hilfe meiner Freunde, die mir gut zusprechen. Ich mag den Gedanken, sich selbst wie ein Freund zu behandeln. Ich glaube eine Freundin hatte mir dies als Kommentar auch in meinen Blog geschrieben. Danke für die Erinnerung.

    Gefällt mir

    • Stephanie schreibt:

      Hallo Eluin. Ich selbst darf mich auch immer wieder daran. Ich glaube, das ist ein lebenslanger Prozess. Wichtig ist es, dass wir die Negativspirale bemerken. Da ist es unglaublich hilfreich, wenn man Familie, einen Partner und/oder Freunde hat, die einen kennen und unterstützen. Liebe Grüße, Stephanie

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