„Go with the Flow“ oder: Die Vorteile des Loslassens

Go with the Flow!

Das war der erste Satz, den mir die Bäuerin, der ich im vergangenen April vier Wochen lang bei der Farmarbeit half, beibrachte. Sie meinte, Farmer würden nach diesem Prinzip leben.

Als ich dann nach dem Aufenthalt auf der Farm vier Wochen mit meinem Freund mit einem Wohnmobil durch Kanada gefahren bin, habe ich festgestellt, dass mir die Anwendung dieses Prinzips sehr gut tut.

Das Prinzip des Loslassens

Was bedeutet „Go with the Flow“? Wörtlich übersetzt steht es für mit dem Strom schwimmen. Ich stelle mir da immer einen Fisch vor, der flussabwärts schwimmt. Das ist für ihn nicht anstrengend – im Gegensatz zum Flussaufwärtsschwimmen (also gegen den Strom). Dafür muss er deutlich mehr Kraft aufwenden und verbraucht mehr Energie.

Auf uns Menschen angewendet, bedeutet mit dem Strom schwimmen, dass man Dinge, die man nicht ändern kann, so nimmt wie sie sind und das beste daraus macht. Es heißt nicht, dass einem alles egal ist – im Gegenteil. Dinge, die einem nicht gefallen und die man ändern kann, sollte man auch versuchen zu beeinflussen.

„Go with the flow“ bedeutet, der Nase bzw. dem Bauchgefühl zu folgen und intuitiv Entscheidungen zu treffen. Keine Detailpläne, kein Krampfen. Es soll sich leicht und gut anfühlen.

Das Gegenteil: Perfektionismus

Wie ich mich sonst immer verhalten habe, ist das genaue Gegenteil von Leichtigkeit. Ich versuchte meist, alles bis ins kleinste Detail zu planen und vorher festzulegen. Das gab mir Sicherheit – und nahm mir Flexibilität. Alles war sehr anstrengend und schwer.

Meine Handlungen waren geprägt von Perfektionismus. Ich wollte alles perfekt machen und haben. Das perfekte Studium. Die perfekte Beziehung. Die perfekte Wohnung. Den perfekten Urlaub.

Das alles kostet jedoch unglaublich viel Energie, die man besser verwenden kann. Man kann beispielsweise kreativ sein und ein Bild malen oder fotografieren gehen. Oder sich engagieren und Freiwilligenarbeit leisten.

Die Vorteile des Loslassens

Es hat einige Vorteile, in verschiedenen Bereichen des Lebens los zu lassen. Wie schon erwähnt, ist das viel leichter. Es macht deutlich mehr Freude, die schönen Dinge des Lebens zu genießen (z.B. einen Spaziergang in einem Park) als zu versuchen, ein perfektes Leben zu schaffen (z.B. Wohnung putzen oder unendlich viel für eine Prüfung zu lernen). Man ist ausgeglichener und zufriedener, was sich auch auf die Beziehung zu anderen Menschen positiv auswirkt.

Weiterhin ist man durchs Loslassen in der Lage, durch ungeahnte Fügungen Chancen im Leben wahrzunehmen. Wenn ich geplant habe, einen Job xy in München zu bekommen und keine Abweichung vom Plan zulasse (also krampfe), verpasse ich vielleicht die Chance in Hamburg die Liebe meines Lebens kennen zu lernen.

Zu guter letzt weiß man nicht, was man verpasst. Wenn man krampfhaft plant, informiert man sich im Voraus sehr genau über alle Möglichkeiten und kennt daher alle Vor- und Nachteile (so wie ich einmal vor dem Kauf eines Druckers). Wenn man dann trotz krampfhafter Anstrengung nicht das bekommt, was man möchte, ist man sehr enttäuscht und konzentriert sich nur auf die Nachteile der eingetretenen Situation.

Hätte man nicht vorher so viel geplant und alle Informationen gesammelt, wäre man mit der eingetretenen Situation vielleicht nicht glücklich, aber man wäre definitiv nicht so enttäuscht, da man die Vorteile verpassten Möglichkeit nicht (gut) kennt.

Das Ergebnis: Zufriedenheit

Was bedeutet das für mich? Ich habe in letzter Zeit mein Leben sehr genießen können, da ich losgelassen habe und mit dem Strom geschwommen bin. Das meiste kommt mir leicht vor und geht mir gut von der Hand. Sobald ich merke, dass mir etwas schwierig oder schwerfällig vorkommt, überlege ich, ob es wirklich notwendig ist und mir gut tut. Falls nicht, lasse ich es bleiben.

Ich fühle mich großartig und bin mit meinem Leben zufrieden! Ich brauche das (Nicht-)Essen nicht mehr als Ausgleich für die Schwerfälligkeit meines Lebens, denn ich weiß, dass der Fluss des Lebens mich schon da hinführen wird, wo ich hingehöre.

Fazit: Nimm das Leben leicht!

Ich kann dich nur ermutigen, auch loszulassen. Wie gesagt, dir soll nicht auf einmal alles egal sein. Du darfst nur lernen, los zu lassen und die Chancen und Möglichkeiten in deinem Leben zu erkennen und zu nutzen. Dafür ist Flexibilität nötig, aber auch die kann man üben.

Wie geht es dir mit den Themen Perfektionismus und Leichtigkeit? Bist du jemand, der alles bis ins kleinste Detail planen muss oder gehst du entspannt durchs Leben und schaust was es dir an Chancen bietet?

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