Und am Ende die Gesundheit doch am wichtigsten! – Mein bisheriger Weg

Wer seine Gesundheit durch allzu strenge Lebensweise zu erhalten sucht, begibt sich damit in eine fortlaufende und langweilige Krankheit.

(François VI. Duc de La Rochefoucauld (1613 – 1680), französischer Offizier, Diplomat und Schriftsteller)

Dieses Zitat könnte die Zusammenfassung meines bisherigen Lebens sein, denn eine strenge, (in meinem Fall) perfektionistische Lebensweise zieht sich durch mein gesamtes Leben. Natürlich hat es auch Vorteile, wenn man die selbst erstellten Pläne befolgt, aber wenn man es übertreibt, so wie ich, wird sich der Körper immer wieder melden und einem auf verschiedenen Wegen mitteilen, dass diese Lebensweise nicht gesund für einen ist.

Heute möchte ich dir meine Geschichte erzählen, damit du weißt, wer die Person hinter diesem Blog eigentlich ist, und wo ich die Erfahrungen und Gedanken, die in meine Blogeinträge einfließen, gemacht habe.

Phase 1: Angststörung

Schon während meiner Schulzeit habe ich erste Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen gemacht, da ich während meiner Abiturzeit an einer Angststörung erkrankte. Die Ursache lag hauptsächlich in meinem Perfektionismus, der mich bis heute begleitet. In dieser Phase lernte ich, die Signale meines Körpers (die ich meist in Form von Magenschmerzen bekomme), ernst zu nehmen und mein Verhalten entsprechend anzupassen.

Phase 2: Magersucht

Meine nächste große Station war 2012 die Diagnose Anorexie (Magersucht). Als ich 2010 von meinem Auslandssemester in Shanghai wiederkehrte, wollte ich die dort zugenommenen Pfunde wieder loswerden und begann, auf meine Ernährung zu achten. Das endete darin, dass ich mehr abnahm, als ich zugenommen hatte – meine Art und Weise, mich „dünne zu machen“, da ich nicht in der Lage war, meine Wünsche und Vorstellungen in meinem Leben, vor allem aber meiner Partnerschaft zu äußern.

Es dauerte eine Weile, eh ich erkannte und akzeptierte, dass ich magersüchtig war, denn „so etwas kann mir ja nicht passieren“! Die geplante Hochzeit mit meinem Freund musste ich absagen und es folgte ein 4,5-monatiger Aufenthalt in einer Akutklinik, wo ich ca. 20kg an Gewicht zunahm. In der Zeit danach habe ich mein Gewicht eher weniger als mehr gehalten – die Tendenz ging leicht nach unten.

Phase 3: „Nackt gut aussehen“

Im Winter 2014 beschloss dann mein Freund, seine überflüssigen Pfunde loszuwerden und begann eine Low-Carb (also kohlenhydradreduzierte) Ernährung. Ich entschied, auch etwas zu ändern und stellte meine Ernährung ebenfalls um, aber mit dem Ziel, Muskeln aufzubauen, um nackt gut auszusehen. Ich war immernoch sehr dünn und mir erschien eine Gewichtszunahme durch mehr Muskelmasse deutlich gesünder als durch mehr Fett. Statt des kardio-lastigen TaeBo-Trainings begann ich, mit dem eigenen Körpergewicht zu trainieren (nach dem Buch „Fit ohne Geräte“ von Mark Lauren). Einige Zeit später kamen dann auch regelmäßige HIIT (High Intensity Interval Training)-Einheiten (also Sprints) hinzu.

Nachdem ich mich mit dem Krafttraining angefreundet hatte (früher fand ich Fitnessstudios immer doof), versuchte ich mich am HIT (High Intensity Training) mit Gewichten.

Ernährungstechnisch probierte ich zwischenzeitlich auch mal Holger Guggs Human Based Nutrition und eine ketogene Ernährung aus, ganz unter dem Motto „Man muss ja alles mal probiert haben“ 😉 .

Im August 2014 begann dann mein Auslandsaufenthalt in Kanada, wo ich auf trainingstechnisch auf Freeletics (kein Fitnessstudio nötig!) und ernährungstechnisch auf die Renegade Diet (Intermittierendes Fasten) umstieg. Ich begann, mich noch mehr mit dem Thema Ernährung und Training zu beschäftigen und hörte bzw. las viele, hauptsächlich amerikanische Podcasts und Blogs. Dabei stieß ich auf das High Frequency Training (HFT) nach Chad Waterbury, was ich dann auch ausprobierte.

Phase 4: Gesundheit statt Ästhetik

Im Laufe der Zeit spürte ich jedoch mehr und mehr, dass die Art und Weise, wie ich mich ernährte und trainierte, meinem Körper nicht gut tut. Schon seit 2010 hatte ich keine Periode mehr – ein deutliches Zeichen, dass im Körper etwas nicht im Gleichgewicht ist. Ich las einen Blogeintrag über Ammenorrhoe aufgrund eines Energieungleichgewichts im Körper und spürte, dass genau das mein Problem war! Ich begann, meine recht kohlenhydratarme Ernährung auf kohlenhydratreich umzustellen.

Einige Zeit später las ich dann im Blog von Jason Ferruggia über die Symptome eines verlangsamten Stoffwechsels – und fand mich darin wieder. Ich begann daraufhin, meine Fastenperiode von 16 auf 14 Stunden zu verkürzen und den Tag mit einem kohlenhydratreichen Snack zu beginnen. Diese Veränderung habe ich jedoch nur halbherzig vollzogen und daher auch keine positiven Effekte erzielt.

Ich spürte, wie es mich immer mehr weg von Ernährung und Training für einen ästhetischen Körper und mehr und mehr hin zu Gesundheit und einem intuitiven Lebensstil zog. Meine nächste Station war das Intuitive Essen. Ich hörte mit dem Intermittierenden Fasten auf und versuchte, auf meinen Körper zu hören. Dadurch fühlte ich mich körperlich deutlich besser. Auf der anderen Seite nahm ich aber auch wieder vermehrt annorektische Gedanken wahr.

Als ich dann einen Podcast von Madelyn Moon mit Matt Stone hörte, wo mir das Thema verlangsamter Stoffwechsel wieder begegnete, wusste ich, dass es Zeit für eine grundlegende Veränderung war. Ich las Stone’s Buch „Diet Recovery“ und begann eine Phase des „Überflusses von allem“ für meinen Körper. Das Wort „Überfluss“ bezieht sich dabei auf Energie, Nährstoffe und Erholung. Das Ziel dabei ist, meine Stoffwechsel wieder zum Laufen zu bekommen.

Phase X: ???

Das ist der Punkt, an dem ich aktuell stehe. Auch wenn es mir wirklich Angst macht, so viel zu essen (Hallo, Magersucht!!), habe ich dennoch Spaß daran (Ich liiiiiebe Essen 😉 ) und spüre auch schon einige positive Veränderungen in meinem Körper. So habe ich Gewicht (Fett!) zugenommen, mir ist nicht mehr ständig kalt, ich habe viel mehr Energie und Lebensfreude und da ich nicht mehr krampfhaft meine Mahlzeiten planen “muss“, fühle ich mich viel flexibler und kann mein Leben viel mehr genießen.

Ich hoffe, dass meinem Körper diese Veränderungen gut tun und ich dadurch bald nicht nur einen guten Stoffwechsel, sondern auch meine Periode wiederbekomme. Das wäre für mich das Zeichen, dass ich hormonell wieder im Gleichgewicht wäre. Auch wenn es vermutlich noch einige Zeit dauern wird, werde ich geduldig sein, denn das Ziel – meine Gesundheit – ist es mir wert! Denn Gesundheit, nicht Körpergewicht oder Aussehen, ist das wichtigste Gut, das wir haben!

Vielleicht hat dich meine Geschichte in irgendeiner Form berührt oder gar inspiriert und du kannst etwas davon für dich mitnehmen. Wenn du an einem Gedankenaustausch interessiert bist, darfst du mir gerne einen Kommentar schreiben oder dich in anderer Form bei mir melden – ich würde mich freuen!

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2 Gedanken zu “Und am Ende die Gesundheit doch am wichtigsten! – Mein bisheriger Weg

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