„In Liebe, dein Körper“ – Wenn dein Körper dir einen Brief schreiben würde…

Kennst du das, wenn du nach Hause kommst, in den Briefkasten schaust, und (mal wieder) nur Rechnungen und Werbung findest? Wie sehr würdest du dich über einen richtigen Brief freuen?

Ich hatte das Glück, einen richtigen Brief zu bekommen. Er war allerdings nicht im Briefkasten. Er war in mir:

Liebe Stephanie,
ich wollte schon lange schreiben, aber bisher hast du mich nicht so richtig beachtet. Jetzt, da du mir mehr liebevolle Zuwendung und Aufmerksamkeit schenkst, ist der richtige Zeitpunkt, um dir einen Brief zu schreiben.

Als erstes möchte ich mich bei dir bedanken – und zwar dafür, dass du mir zuhörst, mir Energie gibst und nicht mehr so streng mit mir bist. Deine Liebe tut mir gut! Sie hilft mir, mich zu heilen, so dass wir noch viele schöne Momente miteinander verbringen können.

Seitdem du vor einigen Wochen dein Projekt „Intuitives Essen“ angegangen bist, schaffe ich es häufiger, dir mitzuteilen, was ich brauche, da du seit dem ein offenes Ohr für mich hast. Wenn ich dir signalisiere, dass ich Energie oder Nährstoffe brauche, isst du. Wenn ich dir signalisiere, dass ich müde bin, ruhst du dich aus. Wenn ich dir zeige, dass ich Energie loswerden muss, bewegst du dich – das gefällt mir sehr.

Insbesondere seitdem du versuchst, meinen eingerosteten Ofen zu reparieren, fühle ich mich viel besser. Durch die erhöhte Energiezufuhr habe ich viel mehr Lust, mich zu bewegen. Vergleiche nur mal dir Wanderungen vor einem halben Jahr mit der gestrigen. Damals habe ich versucht, dich davon abzuhalten, sich zu viel zu bewegen, da ich nicht genug Energie (zur richtigen Zeit) zur Verfügung hatte. Dadurch hattest du nie Lust, mit den anderen Fußball zu spielen oder auf einen Baum zu klettern. Bei der gestrigen Wanderung stotzte ich danke des wunderbaren, energie- und nährstoffreichen Frühstücks nur so vor Energie, die ich dann später gerne in Form von Hügelsprints losgeworden. Das hat sich wunderbar angefühlt!

Ich freue mich auch, dass ich endlich wieder ein paar Dinge bekomme, die für eine lange Zeit Tabu waren, vor allem Wraps, Kuchen und Schokolade. Ich genieße diese Dinge total, denn sie geben mir Energie. Ich weiß, dass ich aktuell sehr viel davon verlange, aber ich verspreche dir, dass das nur vorrübergehend ist. Wenn mein Sättigungspunkt erreicht ist, brauche ich die halbe Tafel Schokolade täglich nicht mehr – das verspreche ich dir.

Danke, dass du auf mich hörst und mich zum einen nicht mehr mit Wasser überflutest um meine Hungersignale und andere Gefühle zu unterdrücken! Du merkst sicher, dass mir das gefällt, da ich dich nicht mehr alle 30 Minuten auf die Toilette schicke.

Außerdem bin ich sehr froh, dass du es mit dem Gemüse nicht mehr übertreibst. Versteh mich bitte nicht falsch – ich liebe Gemüse und es ist gut für mich. Aber wie bei allen Dingen ist das Maß doch entscheidend. Es gefällt mir, dass dein Mittagssalat nicht mehr zu 90% aus Gemüse besteht, sondern viel Käse und auch Obst enthält, denn das gibt mir Energie, die ich dafür verwenden kann, dich zu wärmen, solange dein Ofen noch nicht richtig funktioniert.

Apropos Käse – danke, dass du mir so viel Calcium und gute Fette in Form von Jogurt und Käse gibst. Du weißt, dass ich Milchprodukte schon immer geliebt habe. Umso mehr freue ich mich, dass ich das enthaltene Protein dafür verwenden kann, deinen Ofen zu reparieren, damit du nicht mehr so viel frierst und keine kalten Hände und Füße mehr hast, denn mich nervt das auch!

Weiterhin freue ich mich, dass du zwar weiterhin Kraftsport betreibst, aber das in Maßen und nicht in Form von Folter auf Zeit wie damals bei Freeletics. Es stimmt, ich mag es, dich beim Sport mit Schweiß zu kühlen, aber diese Art des Sports stresst mich einfach zu sehr, vor allem bei dem Unistress, dem du mich aussetzt. Da tun mir die kurzen, 30-minütigen Einheiten mit dem eigenen Körpergewicht jeden zweiten Tag viel besser. Und ich freue mich besonders auf den Bananenjogurt danach, denn den mag ich ganz besonders 🙂 .

Da ich so langsam wieder ins Gleichgewicht komme, kannst du, wenn du Lust hast, ruhig auch hin und wieder mal einen kurzen prägnanten Sprint einbauen. Das könnte mich dabei unterstützen, deinen Ofen zu reparieren und am Laufen zu halten.

Wandern und andere Aktivitäten an der frischen Luft mag ich übrigens besonders gern. Danach fühle ich mich immer so richtig ausgepowert und durchgepustet, so dass wir beide immer richtig gut schlafen können!

Apropos Schlaf: Es tut mir leid, dass ich vorm Einschlafen und direkt nach dem Aufwachen immer den Wäschetrockner nutze, aber das ist die einzige Zeit, zu der du es mir erlaubst. Du erlebst so viele tolle Dinge, die verarbeitet werden wollen und ich möchte nichts davon vergessen!

Ich bin sehr stolz auf dich, wie du dieses Semester mit dem Unistress umgegangen bist. Es tut mir sehr gut, wenn du nicht versuchst, alle Aufgaben perfekt zu erledigen. Du bist viel entspannter an die Dinge herangegangen! Vor allem dass du dein Projekt erst am Abend der Frist beendet hast – was für eine coole Aktion! Bitte bleib so entspannt, denn du hast es gar nicht nötig, dich für die Uni zu stressen. Denke nur mal an die letzten Jahre, wo du am Semesterende keinen Bock mehr auf Lernen hattest. Das lag nicht daran, dass du nicht gerne lernst, sondern daran, dass du alles schon so gut konntest, so dass ich einfach nichts mehr aufnehmen konnte!

Weißt du was? Seitdem du Chemie-Gesichtsreiniger durch natürliches Kokosöl ersetzt und auf Deo verzichtest fühle ich mich total „clean“ und von Natur aus schön. Die Pickel, die du seit kurzem siehst, gehören zum Prozess, den ich gestartet habe, um die ganzen Gifte aus deiner Haut zu spülen. Sobald das erledigt ist, sind die auch wieder weg.

Ohne Deo fühle ich mich total frei und kann endlich wieder durchatmen. Da du eh nicht viel schwitzt, ist Deo sowieso Geldverschwendung. Ist dir eigentlich aufgefallen, dass der Schweiß unterschiedlich riecht, je nach dem Grund des Schwitzens? Bewegungsschweiß riecht anders als Angstschweiß, welcher sich wiederum vom Geruch von Schweiß aufgrund von Ärger unterscheidet. Siehst du, jetzt haben wir noch einen Weg gefunden, miteinander zu kommunizieren, ist das nicht toll? 🙂

Zum Schluss möchte ich dir noch sagen, dass ich dir verzeihe – für alle Dinge, die du gegen meinen Willen mit mir gemacht hast. Ich weiß, dass du mir nichts Böses tun wolltest, sondern dass dir nur die Fähigkeiten gefehlt haben, mit den verschiedenen Ereignissen in deinem Leben umzugehen. Ich freue mich, dass es dir immer besser gelingt, in verschiedenen Bereichen deines Lebens die Kontrolle abzugeben ohne auf die Kontrolle über mich auszuweichen. Das hast du nämlich gar nicht nötig! Du bist toll, so wie du bist, egal ob du 50 oder 80kg wiegst und egal ob man deinen Sixpack sieht oder ein kleines (im Übrigen niedliches) Röllchen am Bauch.

Am wichtigsten ist es schließlich, dass es uns beiden gut geht!

Ich freue mich auf die kommende Zeit, denn ich weiß, dass sie immer mehr Harmonie zwischen uns mit sich bringen wird. Ich verspeche weiter an deinem Ofen zu arbeiten, solange du mir die entsprechende Energie und Nährstoffe zur Verfügung stellst. Ich spüre immer weniger Angst, dass ich verhungern muss, denn du gibst mir die nötige Energie und somit die Sicherheit, die ich brauche, um ohne Angst um uns ein neues Leben hervorbringen zu können – auch wenn es noch ein bisschen dauern kann, eh ich dazu wirklich in der Lage bin. Das ist etwas woran ich arbeiten werde – versprochen!

In Liebe,
dein Körper

Wie geht es deinem Körper? Hörst du seine Signale? Kannst du sie deuten? Reagierst du auf sie oder ignorierst du sie? Was will dir dein Körper schon eine ganze Weile lang sagen? Was wäre, wenn dein Körper dir einen Brief schreiben würde?

Die Idee für diesen Blogpost stammt aus einem Podcast von Madelyn Moon.

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